Manchmal verstehen wir uns selbst nicht so ganz.
Sie wissen eigentlich ziemlich genau, was für Sie stimmig wäre. Sie haben darüber nachgedacht, vielleicht sogar eine klare Entscheidung getroffen. Und dann passiert… nichts. Oder Sie gehen los und stoppen sich kurz darauf wieder selbst, als hätte jemand innerlich die Bremse gezogen.
Im ersten Moment wirkt das widersprüchlich. Wenn ich es doch weiss, warum mache ich es dann nicht?
Oft liegt es nicht am fehlenden Wissen oder an mangelnder Disziplin. Es liegt daran, dass ein Teil in uns längst verstanden hat, wo es hingehen soll, während ein anderer Teil genau das verhindert. Und dieser Teil ist meist älter, schneller und näher am Körper als unser Verstand.
Ein Gedanke taucht auf, etwas fühlt sich plötzlich zu gross oder zu riskant an, der Körper wird schwer, müde oder unruhig. Und fast unbemerkt richten Sie sich wieder auf das aus, was vertraut ist. Das passiert nicht, weil Sie sich im Weg stehen wollen, sondern weil in Ihnen etwas auf Sicherheit ausgerichtet ist.
Diese inneren Reaktionen haben einmal Sinn gemacht. Sie haben dafür gesorgt, dass Sie dazugehören, dass Beziehungen stabil bleiben, dass Sie sich anpassen konnten, wo es nötig war. Heute führen sie oft dazu, dass Sie genau dort stehen bleiben, obwohl Sie längst weiter wären.
Die Frage ist also weniger, was Sie noch verstehen müssten. Die spannendere Frage ist, was in Ihnen aktiv wird, genau in dem Moment, in dem Sie eigentlich losgehen wollen.
Und ob es vielleicht nicht um den grossen Schritt geht, sondern um einen, der für Sie wirklich gehbar ist.
Denn Veränderung passiert selten in dem Moment, in dem wir alles durchdrungen haben. Sie beginnt dort, wo wir anfangen, uns selbst in diesen kleinen, oft unscheinbaren Momenten wahrzunehmen und etwas anders zu machen als bisher.
Wo in Ihrem Leben wissen Sie genau, was für Sie richtig wäre und spüren gleichzeitig, wie etwas in Ihnen Sie davon abhält?